Jedes Jahr am 17. März wird die Welt für einen Tag irisch – oder zumindest tun wir alle so. Überall leuchten Städte in Grün, Menschen tragen Kleeblätter, trinken Guinness und feiern als gäbe es kein Morgen. Aber wer war eigentlich dieser St. Patrick, und warum feiern wir ihn ausgerechnet mit Bier, Paraden und grünen Hüten?
Ein Brite macht Irland irisch
Überraschung: St. Patrick war gar kein Ire! Geboren wurde er vermutlich im späten 4. Jahrhundert in Britannien (ja, das heutige England oder Wales). Als Teenager wurde er von irischen Piraten entführt (kein Scherz!) und als Sklave nach Irland verschleppt. Statt sich seinem Schicksal zu fügen, nutzte Patrick die Zeit, um sich dem christlichen Glauben zuzuwenden.
Nach ein paar Jahren gelang ihm die Flucht zurück nach Britannien – aber anstatt Irland für immer den Rücken zu kehren, hatte er eine göttliche Eingebung: Er müsse zurückkehren und die Iren missionieren. Also kam er zurück, wurde Bischof und machte sich ans Werk, das Land zu christianisieren.
Die Sache mit den Schlangen
Falls ihr schon mal gehört habt, dass St. Patrick alle Schlangen aus Irland vertrieben hat – na ja, das ist eher eine Legende als eine historische Tatsache. Tatsächlich gab es in Irland gar keine Schlangen, die man hätte vertreiben können (danke, Eiszeit!). Die Geschichte wird eher symbolisch verstanden: Die „Schlangen“ standen wohl für das Heidentum, das Patrick aus Irland vertrieb.
Warum tragen wir am St. Patrick’s Day Grün?
Eigentlich war St. Patricks Farbe ursprünglich blau (ja, ernsthaft!). Doch im Laufe der Zeit wurde Grün zur dominierenden Farbe – wegen der grünen Landschaft Irlands, dem Kleeblatt (Shamrock), das Patrick angeblich zur Erklärung der Dreifaltigkeit nutzte, und der irischen Unabhängigkeitsbewegung, die Grün als Symbol wählte. Heute gilt: Wer am 17. März nicht Grün trägt, riskiert, von seinen Freunden gekniffen zu werden – eine Tradition, die vor allem in den USA verbreitet ist.
Feiern wie die Iren – aber richtig!
Wie genau der St. Patrick’s Day gefeiert wird, hängt stark davon ab, wo man sich befindet:
- Irland: Hier ist der Tag ein offizieller Feiertag, mit Paraden, Musik, Tänzen und – natürlich – jeder Menge Guinness.
- USA: In Städten wie Chicago wird der ganze Fluss grün gefärbt. Auch New York und Boston feiern mit gigantischen Paraden.
- Deutschland: Hier holen sich viele einfach ein paar Guinness oder Irish Whiskey und feiern in Irish Pubs. Manche Städte veranstalten sogar kleine Paraden.
Übrigens: Der St. Patrick’s Day war in Irland lange Zeit eher ein religiöser Tag, an dem die Pubs sogar geschlossen blieben. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde das Fest zur weltweiten Party, die wir heute kennen.
Ein Tag für alle (auch wenn du kein Ire bist!)
Ob du irische Wurzeln hast oder nicht, spielt keine Rolle – am St. Patrick’s Day darf jeder mitfeiern. Also schnapp dir ein grünes Shirt, gönn dir ein Guinness (oder ein grünes Bier, falls du mutig bist), versuch, ein paar irische Songs mitzusingen, und hab einfach eine gute Zeit.
Sláinte – auf St. Patrick!



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